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Frauental Pohled

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Karte der Iglauer Sprachinsel
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  1. 1263Bis 1499

    Mariae" eine Kirche zu errichten begonnen, denn 1263 erteilte der päpstliche Legat Anseimus auf Bitten des Pfarrers „ Indulgenzen [Deutsch: Ablässe, also kirchlich zugesagte Nachlässe zeitlicher Sündenstrafen] " für die Mithilfe am Baue.

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  2. 16221500–1799

    Während der Gegenreformation kam es wieder empor, 1622 wurde das Stiftungsgebäude neu hergerichtet.

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  3. 18371800–1918

    Nach ihm erbte 1837 Eugen Graf Sylva Taroucca das Gut und verkaufte es 1862 an die Gräfin Clam-Gallas, geborene Fürstin Dittrichstein, um 390 000 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) und ein Schlüsselgeld von 500 Dukaten.

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  4. 19241919–1945

    Ergänzende Angaben über die Besitzverhältnisse 1924 und 1945 fehlen.

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Ortsgeschichte

Frauental

In einer lieblichen Talmulde der Sazawa entstand um 1265 das Cisterzienserinnenkloster Frauental. Der Deutsche Ritterorden hatte hier vorher gewirkt und anschließend seine Rechte an das neue Kloster abgetreten. Er hatte „in Valle S. Mariae" eine Kirche zu errichten begonnen, denn 1263 erteilte der päpstliche Legat Anseimus auf Bitten des Pfarrers „Indulgenzen [Deutsch: Ablässe, also kirchlich zugesagte Nachlässe zeitlicher Sündenstrafen]" für die Mithilfe am Baue. Im Jahr 1265 kauften Utta und Ludmilla, die Töchter des Wittigo von Neuhaus, das Dorf Pnow von einem gewissen Jaros zwecks Gründung eines Klosters („ad fundandum coenubium sanctimonialium ordinis Cisterciensis [Deutsch: um ein Nonnenkloster des Zisterzienserordens zu gründen]"). Dazu erwarb die genannte Utta, Witwe nach Kuno von Chowan, das Dorf Polet („villa quae vulgariter Polet nuncupatur [Deutsch: das Dorf, das gewöhnlich Polet genannt wird]") von den Brüdern Bodislaus, Bartholomäus und ihrer Schwägerin Ossanna, der Witwe nach Ritter Boslaus, einem einstigen Burggrafen der Lichtenburger.

Von den reichbegüterten Lichtenburgern hatten die Genannten das Dorf bekommen. König Przemysl Ottokar IL bestätigte die neue Stiftung und erklärte, das Kloster in seinen und seiner Gemahlin besonderen Schutz zu nehmen. Der Grundstein zur Stiftskirche wurde am 13. Juni 1265 gelegt, im Jahr 1277 war der Bau vollendet.

Vom Papst und dem Prager Bischof in Schutz genommen, von den Lichtenburgern und anderen gefördert, ist das Frauenstift „Vallis virginum [Deutsch: Tal der Jungfrauen; hier der Name des Frauenklosters]" schnell emporgediehen. Töchter adeliger Familien traten in das Kloster ein und ihre Verwandten wurden seine Wohltäter. Es bekam 1303 Pattersdorf mit dem Stollen des Henmurgus und Dithmar, ferner einen Erbhof des „Siefridus Velsener" in „Longavilla [Deutsch: langes Dorf; hier Langendorf]" (Langendorf) und erwarb 1304 einen Teil von Siebentann („Siebentannen") von Hildegunde, der Witwe des Gewerken Pan, um 18 Mark (historische Gewichts- oder Geldeinheit; der Wert hing von Zeit und Ort ab) Silber. Kanonikus Magister Rapoto kaufte um 225 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) Prager Groschen vom Kloster Sedletz den Ort Langendorf und den Zins (jährlich vier Mark) von der „villa Sybotonis [Deutsch: Dorf des Syboto]" („Seybotendorf", Saibendorf, heute Cibotin) und schenkte 1316 diesen ganzen Besitz dem Kloster. Diesem gehörten ferner frühzeitig Schützendorf („villa Sagittaxii [Deutsch: wohl „Dorf des Schützen“; die Schreibweise ist in dieser Abschrift unsicher]", heute Böhmisch-Schützendorf), Uttendorf („villa Ottonis [Deutsch: Dorf des Otto]", Ottendurff), die Kapelle am Buchberge, Bergwerke in Matzerau (Calden Husen-Stollen), Lettendorf (heute Samotin), Sehrlenz, Illemnik, Langendorf, Schachersdorf, die Höfe Haderburg, Rauchstein, (Rauschenstein), Dorfleins und einige weitere Besitzungen.

Von der Plünderung durch die Krieger nach der Schlacht am Marchfelde (1278) erholte sich das Kloster wieder, verlor aber in der Hussitenzeit einen großen Teil seiner Güter. Während der Gegenreformation kam es wieder empor, 1622 wurde das Stiftungsgebäude neu hergerichtet. Wohl brachte der Dreißigjährige Krieg Unruhe und Bedrängnis, doch sie gingen vorüber.

Als Josef II. im Zeitalter der Aufklärung zahlreiche Klöster schloss, hob er am 20. März 1782 auch dieses Cisterzienserinnenkloster auf. Frauental wurde mit Termeshof als landtäfliches Gut dem Religionsfond zugewiesen. 1793 wurde die Herrschaft feilgeboten, doch es meldete sich kein Käufer. Da pachtete der Iglauer Bürger Tost das Klostergebäude und errichtete darin eine Tuchfabrik. Die Herrschaft wurde als „Kameraladministrationsgut" geführt. 1807 kaufte sie Graf Josef Unwerth. Nach ihm erbte 1837 Eugen Graf Sylva Taroucca das Gut und verkaufte es 1862 an die Gräfin Clam-Gallas, geborene Fürstin Dittrichstein, um 390 000 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) und ein Schlüsselgeld von 500 Dukaten.

Die Dittrichsteiner waren als Herren von Przibyslau und Polna die Anrainer. Zum Herrschaftsgebiete gehörte Termeshof, Rauchstein, Schenkelhof, vor der Aufhebung der bäuerlichen Untertänigkeit (1848) auch Sehrlenz, Illemnik, Langendorf, Siebentann, Saibendorf, Matzerau, Chrast, Ridlhof. Nach Clotilde Clam-Gallas kamen ihre Töchter Fürstin Eduardine Khevenhüller und Gräfin Clotilde Festetics in den Besitz.

In das 1782 aufgehobene Cisterzienserinnenstift zogen Klosterfrauen des Karmeliterordens von St. Josef auf der Kleinseite von Prag ein.

Frauental war bis 1869 ein Dorf. In diesem Jahre wurde es zu einem Markt erhoben. Das Dorf war 1772 niedergebrannt, da die Unvorsichtigkeit der Schafferin einen großen Brand entzündete.

Alte Linden säumen den Weg zum „Minichwalde". Hier wurde 1730 eine Einsiedelei zu Ehren der hl. Anna errichtet. Die kleine Kapelle über einer Quelle rief viele Wallfahrer in den schönen Mönchswald. Die Einsiedelei, die ein Graben mit einer Zugbrücke abschloss, erhielt 1752 einen eigenen Priester. 1760 wurde die heutige Wallfahrtskirche erbaut, ihr Bau ist sagenumrankt.

Der Name Frauental bezeichnet den Ort als „unserer lieben Frau (Maria) Toi". Er kommt bereits um 1350 vor (Fravntal, Wrauental, Vrawenthal), vorher lautet die lateinische Bezeichnung „Vallis St. Mariae". Im 15. Jahrhundert: „Frontol, Frawental", im 16. Jahrhundert: „Frauenthall, frauenthal".

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Ergänzende Angaben über die Besitzverhältnisse 1924 und 1945 fehlen.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Frauenthal“ mit Siebenthan nennt der Kalender 80 Häuser und 651 Einwohner. Als Bürgermeister erscheint Wenzel Wenzhaus. Die vierklassige Schule leitete Oberlehrer Ign. Krebs. Der Ort verfügte über Post- und Telegraphenamt, eine Feuerwehr, einen landwirtschaftlichen Verein und den Gesangsverein „Eintracht“. Genannt werden außerdem eine Spiritus- und Kartoffelstärkefabrik, eine Mahlmühle, eine Brettsäge und der Badeort Sct. Anna.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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Frauental

Frauental

In einer lieblichen Talmulde der Sazawa entstand um 1265 das Zisterzienserinnenkloster Frauental. Der Deutsche Ritterorden hatte hier vorher gewirkt und danach seine Rechte an das neue Kloster abgetreten. Er hatte "in Valle S. Mariae" eine Kirche zu errichten begonnen, denn 1263 erteilte der päpstliche Legat Anselmus auf Bitten des Pfarrers "Indulgenzen [Deutsch: Ablässe, also kirchlich zugesagte Nachlässe zeitlicher Sündenstrafen]" für die Mithilfe am Bau.Im Jahr 1265 kauften Utta und Ludmilla, die Töchter des Wittigo von Neuhaus, das Dorf Pnow von einem gewissen Jaros zwecks Gründung eines Klosters ("ad fundandum coenubium sanctimonialium ordinis Cisterciensis [Deutsch: um ein Nonnenkloster des Zisterzienserordens zu gründen]"). Dazu erwarb die genannte Utta, Witwe nach Kuno von Chowan, das Dorf Polet (,,Villa quae vulgariter Polet nuncupatur [Deutsch: das Dorf, das gewöhnlich Polet genannt wird]') von den Brüdern Bodislaus, Bartholomäus und ihrer Schwägerin Ossanna, der Witwe nach Ritter Boslaus, einem einstigen Burggrafen der Lichtenburger. Von den reichbegüterten Lichtenburgern hatten die Genannten das Dorf bekommen. König Przemysl Ottokar II. bestätigte die neue Stiftung und erklärte, das Kloster in seinen und seiner Gemahlin besonderen Schutz zu nehmen. Der Grundstein zur Stiftskirche wurde am 13. Juni 1265 gelegt, im Jahr 1277 war der Bau vollendet.

Vom Papst und dem Prager Bischof in Schutz genommen, von den Lichtenburgern und anderen gefördert, ist das Frauenstift ,,Vallis virginum [Deutsch: Tal der Jungfrauen; hier der Name des Frauenklosters], schnell gediehen. Töchter adeliger Familien traten in das Kloster ein und ihre Verwandten wurden seine Wohltäter. Es bekam 1303 Pattersdorf mit dem Stollen des Henmurgus und Dithmar, ferner einen Erbhof des ,,Siefridus Velsener" in "Longavilla [Deutsch: langes Dorf; hier Langendorf]" (Langendorf) und erwarb 1304 einen Teil von Siebentann ("Siebentannen") von Hildegunde, der Witwe des Gewerken Pan um 18 Mark Silber. Kanonikus Magister Rapoto kaufte um 225 Schock Prager Groschen vom Kloster Sedletz den Ort Langendorf und den Zins (jährlich vier Mark) von der ,,villa Sybotonis [Deutsch: Dorf des Syboto]" ("Seybotendorf"' Saibendorf' heute Cibotin) und schenkte 1316 diesen ganzen Besitz dem Kloster.

Diesem gehörten ferner frühzeitig Schützendorf ("villa Sagittarii [Deutsch: Dorf des Schützen; hier Schützendorf]", heute Böhmisch-Schützendorf), Uttendorf ("villa Ottonis [Deutsch: Dorf des Otto]", Ottendurff), die Kapelle am Buchberge, Bergwerke in Matzerau (Calden Husen-Stollen), Lettendorf (heute Samotin), Sehrlenz, Illemnik, Langendorf, Schachersdorf, die Höfe Haderburg, Rauchstein, (Rauschenstein), Dorfleins und einige weitere Besitzungen. Von der Plünderung durch die Krieger nach der Schlacht am Marchfeld (1278) erholte sich das Kloster wieder, verlor aber in der Hussitenzeit einen großen Teil seiner Güter.Doch während der Gegenreformation kam es wieder empor, 1622 wurde das Stiftungsgebäude neu hergerichtet .

Wohl brachte der Dreißigjährige Krieg Unruhe und Bedrängnis, doch auch dies ging vorüber. Als Josef II. im Zeitalter der Aufklärung zahlreiche Klöster schloß, hob er am 20. März 1782 auch dieses Zisterzienserinnenkloster auf. Frauental wurde mit Termeshof als landtäfliches Gut dem Religionsfond zugewiesen. 1793 wurde die Herschaft feilgeboten, doch es meldete sich kein Käufer. Da pachtete der Iglauer Bürger Tost das Klostergebäude und errichtete darin eine Tuchfabrik. Die Herrschaft wurde als ,,Kameraladministrationsgut" geführt. 1807 kaufte sie Graf Josef Unwerth. Nach ihm erbte 1837 Eugen Graf Sylva Taroucca das Gut und verkaufte es 1862 an die Gräfin Clam-Gallas, geborene Fürstin Dittrichstein, um 390 000 fl. und ein Schlüsselgeld von 500 Dukaten. Die Dittrichsteiner waren als Herren von Przibyslau und Polna die Anrainer. Zum Herrschaftsgebiete gehörte Termeshof, Rauchstein, Schenkelhof, vor der Aufhebung der bäuerlichen Untertänigkeit (1848) auch Sehrlenz, Illemnik, Langendorf, Siebentann, Saibendorf, Matzerau, Chrast, Ridlhof. Nach Clotilde Clam-Gallas kamen ihre Töchter Fürstin Eduardine Khevenhüller und Gräfin Clotilde Festetics in den Besitz.

In das 1782 aufgehobene Zisterzienserinnenstift zogen Klosterfrauen des Karmeliterordens von St. Josef auf der Kleinseite von Prag ein.Das Dorf Frauental wurde 1869 zu einem Markt erhoben. Das Dorf war 1772 niedergebrannt, da die Unvorsichtigkeit der Schafferin einen großen Brand entzündete. Alte Linden säumen den Weg zum ,,Minichwalde". Hier wurde 1730 eine Einsiedelei zu Ehren der hl. Anna errichtet. Die kleine Kapelle über einer Quelle rief viele Wallfahrer in den schönen Mönchswald. Die Einsiedelei, die ein Graben mit einer Zugbrücke abschloß, erhielt 1752 einen eigenen Priester. 1760 wurde die heutige Wallfahrtskirche erbaut, ihr Bau ist sagenumrankt. Der Name Frauental bezeichnet den Ort als "unserer lieben Frau (Maria Tol". Er kommt bereits um 1350 vor (Fravntal, Wrauental, Vrawenthal), vorher lautet die lateinische Bezeichnung "Vallis St. Mariae". Im 15. Jahrhundert "Frontol, Frawental", im 16. Jahrhundert: "Frauenthall, Frauenthal"

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